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8 eher unübliche Home Office Best Practices

Von 28. Oktober 2020November 4th, 2020Keine Kommentare
Lesezeit: 3 Minuten

Ende Oktober 2020. Deutschland geht auf den zweiten von wir wissen nicht, von wie vielen, Lockdowns zu. Die Social Media Posts zu Home-Office-Überlebenstaktiken nehmen wieder zu, Inhalte vom Sommer werden wieder aufgewärmt.

Aber gibt es denn nicht ganz so offensichtliche Lektionen aus dem Sommer?

Wir haben einige zusammengetragen:

  • Früher dem Meeting beitreten
    Socializing passiert, bevor das Meeting losgeht. Im digitalen Raum ist das Window of Opportunity dafür noch enger als in einer eng getakteten Kultur in der echten Welt. Wer pünktlich oder sogar ein paar Minuten zu früh im Call ist, kann die Kollegen mal ein paar Sätze halbprivat erleben – unheimlich wichtig, um Beziehungen aufzubauen und am Leben zu erhalten.
  • Früher gehen
    Der April war ein Rausch von 1- oder 2-stündigen Meetings ohne Pausen. Das ist ungesund und auch sehr schnell nicht mehr produktiv. Stattdessen empfehlen wir: Einigen Sie sich auf 50-Minuten-Stunden. Das gibt ein paar Minuten zum Durchatmen (und ggf. Luft, um 2 Minuten zu früh im nächsten Meeting zu erscheinen).
  • Besuchszeiten mit Kindern und Kollegen ausmachen
    Wenn was Wichtiges ist, können die Kids natürlich immer ins Büro dazu kommen. Wichtig heisst: Spritzendes Blut, offene Flamme oder es wurde etwas verschluckt.
    Für alle anderen Fälle ist es aber praktisch, wenn es ein Ventil für die Neugierde gibt. „Papa, wer ist denn im Computer? Ich will mal Hallo sagen“ kann man bzw. will man nicht komplett unterdrücken oder verbieten. Sondern steuern. Und das geht z.B. so:
    Immer, wenn der große Zeiger auf der 9 ist dürfen die Kids auch ohne wichtigen Grund mal reinschauen. Das wissen die Kids und das wissen die Kollegen: Ab Viertel vor ist es viel wahrscheinlicher, dass wir über Nagellack oder das Mittagessen in der Kita sprechen. Das reduziert die Anzahl der unpassenden / konzentrationszerstörenden Kinderbesuche deutlich (natürlich nicht komplett) und es gibt allen Beteiligten Struktur und Raum. Und nebenbei sorgt es dafür, dass die Erwachsenen ihre wichtigen Punkte nicht erst im Endspurt des Calls platzieren.
  • Zweiten Monitor anschaffen
    Jetzt gibt es wirklich keine Ausrede mehr. Laptop-Screens machen die Augen und den Rücken kaputt. Und – das Wichtigste – mit dem zweiten Monitor kann man in Teams, Zoom & Co. präsentieren und gleichzeitig die Gesichter seiner Gegenüber sehen. Definitiv ein Wettbewerbsvorteil und ein Helfer für effiziente Meetings.
  • Social Calls
    Check-ins haben sich mittlerweile weit verbreitet, wenn wir uns Kollegen und Kunden anschauen. Aber der Mensch und das Team, die brauchen noch mehr: Kaffee, Essen und, ja, wo angebracht und in Maßen auch: Alkohol. 😉 Also mal ohne projektspezifische Themen treffen, Quatsch reden oder eine Flasche Wein zusammen trinken.
  • Konzentration durch Calls
    Ein Geheimtipp, falls die Konzentration alleine im Home Office abdriftet: Konzentrationspartner suchen, Call aufmachen und nicht reden. Klingt merkwürdig, simuliert aber ein Zweierbüro. Und wir kennen alle die Situation, in der man alleine wie ein Eichhörnchen auf Facebook, LinkedIn oder Online-Witze-Sammlungen unterwegs ist. Sobald man aber mit einer Kollegin im Raum ist, wird man auf einmal zum Musterschüler.
  • (Zusammen) Spazieren gehen
    Der Unterschied zwischen einem normalen Bürotag und einem Home-Office Tag ist bei mir (Smartwatch sei dank) bei gleicher Meetingauslastung ca. 4 Kilometer und 800 Kalorien. Die fehlen, wenn ich wochenlang im Home-Office bin. Dem entgegen wirken kann man, indem man einen oder zwei Termine am Tag findet, in denen man geht. Das kann auch unter dem Radar passieren, z.B. in einem Meeting, bei dem man nicht viel redet und den Computer nicht unbedingt braucht. (Bevor ich mich gar nicht bewege, laufe ich auch mal ne halbe Stunde ums Haus, wenn es sein muss.)
    Oder das kann komplett offen sein: Man verabredet sich und führt ein gemeinsames Brainstorming o.ä. in einem (virtuell) gemeinsamen Spaziergang durch. Eventuell meldet sich ein Freiwilliger, der für alle Flanierer mitschreibt. Diese Rolle wird am besten rotiert.
  • Offensiv mit (aktiven) Ruhezeiten umgehen
    Es braucht in einem Team nur ein, zwei Mitglieder, die mal offen sagen: „13-14 Uhr kann ich nicht, da sitz ich auf dem Ergometer.“ und schon hat man eine gesündere, achtsamere Kultur im virtuellen Team.

Mit diesen wenigen Tipps hoffen wir, dass Sie auch den Lockdown Light gut überstehen und natürlich den Kontakt zu Ihren Teammitgliedern halten.

... ist Projektleiter bei der O'Donovan Consulting AG. Der Diplom-Wirtschaftsinformatiker und Fellow des Chartered Management Institute konzentriert sich auf Kundenempathie, Stakeholdermanagement, strategische Beratung und Prozessoptimierung. Seit der Gründung der ersten Beratung/Agentur 1999 arbeitet er an kundenzentrierten User Journeys, skalierenden Produkten und dem Wachstum von Unternehmen. Besonders gerne bringt er weiche Faktoren wie Kundenempathiemodelle mit konkreten Methoden wie dem Anforderungsmanagement zusammen. Er hat für das BMBF Digitalisierungseffekte und passende Kompetenzentwicklungsmethoden erforscht und ist erfahrener #newwork Coach. Er lehrt in Mannheim und Frankfurt u.a. E-Commerce und Entrepreneurship.

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