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Warum Veränderungen scheitern – und was Transferstärke damit zu tun hat


Warum Veränderungen scheitern – und was Transferstärke damit zu tun hat

„Wir haben doch alles gemacht. Training, Workshops, Kommunikation. Und trotzdem passiert nichts.“

Diesen Satz höre ich regelmäßig. Und ehrlicherweise ist er absolut nachvollziehbar.

Denn viele Organisationen investieren viel Energie in Veränderungsprojekte. Sie schulen ihre Mitarbeitenden, erklären neue Prozesse, starten Initiativen. Und trotzdem bleibt das Verhalten oft gleich.

In der aktuellen Folge von Veränderungsstabil spreche ich mit Prof. Dr. Axel Koch (www.transferstaerke.com), Professor für Training und Coaching, darüber, warum genau das passiert. Und warum das Problem nicht fehlende Motivation ist, sondern etwas anderes: Transferstärke.

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Die größte Lüge in der Weiterbildung

Die Grundannahme vieler Trainings ist einfach:

Menschen gehen in eine Schulung.
Lernen etwas Neues.
Und setzen es danach automatisch um.

Das klingt logisch. Ist aber falsch.

Axel beschreibt es sehr klar: Wir unterliegen einer Art „Weiterbildungslüge“. Der Idee, dass Verhalten sich schnell und einfach verändern lässt.

Die Realität sieht anders aus.

Menschen wollen oft etwas verändern. Sie sind motiviert. Sie haben gute Vorsätze.

Und scheitern trotzdem.

Nicht, weil sie nicht wollen. Sondern weil sie nicht können.

Motivation ist nicht das Problem

Ein zentraler Punkt aus unserem Gespräch:

Motivation wird massiv überschätzt.

Die meisten Menschen sind ausreichend motiviert. Sie stehen morgens auf, gehen zur Arbeit, übernehmen Verantwortung. Daran scheitert Veränderung selten.

Der entscheidende Unterschied liegt woanders.

Axel spricht hier von zwei unterschiedlichen Prozessen:

  • Motivation: der Entschluss, etwas zu verändern
  • Volition: die Fähigkeit, diese Veränderung durchzuhalten

Und genau an dieser zweiten Stelle brechen viele Veränderungen weg.

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Warum gute Vorsätze nicht reichen

Veränderung bedeutet fast immer eines:

Gewohnheiten verändern.

Und Gewohnheiten sind im Gehirn tief verankert. Axel beschreibt sie als „Nervenautobahnen“.

Diese Autobahnen lassen sich nicht in einem Training umbauen.

Deshalb funktionieren viele klassische Maßnahmen nicht:

  • Zwei-Tage-Workshops
  • einmalige Schulungen
  • motivierende Vorträge

Sie setzen Impulse. Aber sie verändern keine Gewohnheiten.

Das erklärt auch, warum viele Change-Projekte nach kurzer Zeit wieder versanden.

Die vier Fähigkeiten, die echte Veränderung möglich machen

Im Gespräch haben wir darüber gesprochen, was Menschen eigentlich brauchen, um Veränderung wirklich umzusetzen.

Axel fasst das in vier zentrale Fähigkeiten zusammen:

1. Offenheit

Kann ein Impuls überhaupt angenommen werden?

Wer innerlich sofort in ein „Ja, aber…“ geht, blockiert Veränderung schon am Eingang.

2. Selbstverantwortung

Veränderung passiert nicht von allein.

Menschen müssen aktiv steuern, was sie morgen konkret anders machen.

3. Rückfallmanagement

Rückschläge sind unvermeidlich.

Entscheidend ist, ob jemand danach wieder auf den neuen Weg zurückfindet.

4. Umgang mit Rückschlägen

Nicht der Rückschlag ist das Problem.

Sondern die Bewertung.

Wer sich selbst sofort als gescheitert sieht, bricht Veränderung ab.

Wer Rückschläge als Teil des Prozesses versteht, bleibt dran.

Diese vier Faktoren entscheiden maßgeblich darüber, ob Veränderung gelingt oder scheitert.

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Veränderung ist kein Einzelproblem

Ein wichtiger Punkt wird oft übersehen:

Veränderung findet nie im luftleeren Raum statt.

Neben den persönlichen Fähigkeiten spielen auch drei Faktoren im Umfeld eine Rolle:

  • Unterstützung durch Führung
  • Lernkultur im Team
  • Zeit für Umsetzung und Übung

Selbst die beste individuelle Fähigkeit verpufft, wenn das Umfeld dagegen arbeitet.

Und gleichzeitig gilt: Das Umfeld ist kein Ausrede-System.

Es ist etwas, das aktiv gestaltet werden kann.

Warum viele Change-Projekte scheitern

Viele Organisationen machen einen entscheidenden Denkfehler.

Sie glauben, Veränderung sei ein Projekt.

In Wirklichkeit ist Veränderung ein Lernprozess.

Und dieser Lernprozess folgt klaren Regeln.

Wenn diese Regeln ignoriert werden, entsteht genau das, was viele kennen:

  • gute Ideen
  • starke Kommunikation
  • viel Energie

Und am Ende:

Keine nachhaltige Veränderung.

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Der eigentliche Hebel: Menschen veränderungsstark machen

Die vielleicht wichtigste Erkenntnis aus dem Gespräch:

Organisationen müssen aufhören, nur an Veränderungen zu arbeiten.

Sie müssen anfangen, Menschen zu befähigen, Veränderungen umzusetzen.

Das bedeutet:

  • Veränderung sichtbar machen
  • Fähigkeiten entwickeln
  • Rückfälle normalisieren
  • Selbststeuerung stärken

Veränderungsfähigkeit ist kein Zufall.

Sie ist ein Skill.

Und genau dieser Skill entscheidet darüber, ob Transformation gelingt.

Fazit: Weniger Hoffnung, mehr System

Viele Change-Projekte laufen wie ein Glücksspiel.

Man hofft, dass die Menschen schon mitziehen.

Man hofft, dass die Motivation reicht.

Man hofft, dass es diesmal funktioniert.

Transferstärke ersetzt Hoffnung durch System.

Sie macht sichtbar, woran Veränderung wirklich hängt.

Und sie zeigt, wo Organisationen konkret ansetzen können.

Wenn du tiefer in das Thema Transferstärke, nachhaltige Veränderung und echte Umsetzungskompetenz einsteigen möchtest, hör dir die vollständige Podcastfolge von Veränderungsstabil mit Axel Koch an.

Hier kannst du die Podcastfolge anhören

Wenn du mit deinem Führungsteam daran arbeiten möchtest, Veränderung nicht nur zu planen, sondern wirklich umzusetzen, lass uns sprechen.

Hier kannst du direkt einen Termin vereinbaren